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3. OL für Alle
Di Jun 28
Dienstags-Kartentraining
Do Jul 07
Engadiner Abend-OL

Churer zeigen einige Exploits und viele solide Leistungen

Die dritte Etappe am 5-Tage-OL in Neuchâtel wurde als Mitteldistanzlauf ausgetragen. Das hügelige Gelände rund um das Wettkampfzentrum erwies sich als durchaus anspruchsvoll für diese Disziplin. Was auf der Karte oft als simple Teilstrecke mit Kompass aussah, entpuppte sich im Gelände oft als unübersichtlich und durch die steinigen Jurakalkböden als anspruchsvoll in der Belaufbarkeit.

Durch den Rückbau der Militärhütten (vielleicht war es Munitionsdepots?) entlang der Waldstrassen fielen auch die ehemaligen Auffangobjekte weg. Sogar Postenstandorte neben offensichtlichen Auffanglinien wie Wege und Schneisen sorgten kombiniert mit der höheren Laufgeschwindigkeit (und dem damit verbundenen "Gejufel") für kleinere Suchaktionen. Kaum eine Läuferin oder ein Läufer kam ohne kleinere oder gar grösser Fehler aus dem Wald. Entsprechend hoch war die subjektive Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung im Zielgelände. Glücklicherweise konnte diese in kürzester Zeit durch das kollektive Gejammer und die kulinarischen Ergüsse der Festwirtschaft wieder eliminiert werden.
Zu erwähnen wären da noch die vielen Churer Toptenplätze in den Jugendkategorien, welche Hoffnung für die kommende Techniker-Generation aufkeimen lässt.

3. Etappe Mitteldistanz: Ranglisten und Karten auf Routgadget, siehe oben

Für die vierte Etappe und zweite Langdistanz wurde vom Chaumont noch die letzten Kartenreste zusammengetragen. Der langezogen Südhang durchsetzt mit vielen Waldbewirtschaftungsstrassen und kleineren Downhillstrecken gab für eine charakteristische Langdistanz-Bahnlegung leider ein bisschen wenig her. Durch das Fallholz und die Kalksteine lohnte sich praktisch immer die Umlaufroute über die Wege. Oft kam auch nur eine Route in Frage, so dass die typischen Routenwahlprobleme einer Langdistanz nicht wirklich zum Tragen kamen. Dadurch verkam der Orientierungslauf fast zu einem Crosslauf und die technischen Schwierigkeiten waren gering.
Die Fehlerminuten hielten sich in Grenzen und so zeigte sich die Mehrheit der Bündner:innen im Ziel trotz kühleren Temperaturen und weniger Sonnenschein zufrieden mit dem vierten OL-Tag.

4. Etappe Langdistanz: Rangliste und Karten

Am Auffahrtssonntag stand zum Abschluss noch der von vielen heiss ersehnte Stadtsprint in Neuchâtel an. Für die Jugend- und Juniorenkategorien zählte dieser sechste Nationale OL ausserdem als Selektionslauf für die Junioren-WM und für den EYOC. Aus diesem Grund schonten sich viele der ambitionierten Läuferinnen und Läufer am gestrigen Tag oder reisten nur für diesen viertelstündigen Lauf aus der ganzen Schweiz nach Neuenburg an. Betrachtet man die Bahnlegung und das hübsch herausgeputzte Städtchen mit dem Burghügel lohnte sich diese Anreise durchaus. Die technischen Schwierigkeiten waren weniger im Startteil rund um die Burg angesiedelt, sondern mehr in den künstlichen Sperren und den grosszügigen Sperrgebieten (Strassenbeizen) zu suchen. Auch die Abwägung der Routenwahlen Treppe versus Umlaufen sorgte für hitzige Köpfe in der windigen Seenlandschaft. Um nicht das Opfer eines administrativen Fehlers zu werden, verlangten die unzähligen -aber fair gesetzten- Posten eine hohe Konzentration und ein angepasstes Lauftempo.

Rangliste 5. Etappe Sprint (und 6. Nationaler OL): Rangliste und Karten

Auch in der Gesamtwertung hatten einige Churer die Nase ganz bis weit vorne (ich hoffe, ich habe niemanden übersehen...)
HE: Florian Attinger (2.)
H16: Andri Gujan (2.)
D40: Caroline Maissen-Wegmüller (3.)
D50: Ursi Ruppenthal (1.)
(und die paar vierten Ränge bleiben der psychischen Gesundheit der Betroffenen zuliebe unerwähnt)

Gesamtrangliste des 5-Tage-OLs

Den Organisatoren von ANCO kann man zu Gute halten, dass sie im dritten Anlauf, trotz Wegfalls der medienwirksamen Europameisterschaft (wurde im 2021 durchgeführt) die ursprünglich geplanten Zuschauerläufe doch noch als vollwertiger 5-Tage-OL durchgeführt haben. Die Wahl der einzelnen Etappen, insbesonders auch der beiden letzten knöchelschonenden Etappen darf als glücklich bezeichnet werden und bot für alle «OL-Geschmäcker» etwas. Das «Drumherum» genügte mit einer funktionierenden Festbeiz, guter ÖV-Anbindung und einem einfachen WKZ unter diesen Wetterbedingungen vollauf. Und dass man von einer Dauerbeschallung mit Musik und Speaker im WKZ verzichtete und so interessante Gespräche unter den Teilnehmenden ermöglichte, darf nur als wohltuend bezeichnet werden.

Und wenn wir die letzten fünf Tage Kritik geübt oder vernommen haben (z.B. bezüglich Signalisation im WKZ, zum Start oder bei Sperrgebieten im Gelände, Verpflegungsposten) zeigt dies vor allem, wie verwöhnt wir Schweizer OL-Läufer:innen mittlerweile geworden sind…kein Wunder findet man kaum mehr Ausrichter für SOM, NOM oder auch nur eine(n) Bahnleger:in oder Laufleiter:in für einen regionalen OL…

Alors pour finir : M-E-R-C-I!

Bericht und ein paar wenige Fotos bei der Webseite des Verbandes

(In eigener Sache: Gesucht Fotografen oder Fotografinnen für die Webseite: unregelmässige Arbeitszeiten, meist am Wochenende, keine Bezahlung dafür viel Lob ;-)  )

gabriela diethelm


Hier ein paar Fotos vom Veranstalter-Fotografen Christian Aebersold: