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Berichte und Fotos O-Ringen

Rund 80 Mitglieder der OLG Chur haben den Grossteil des vergangenen Julis in Schweden verbracht. Einige nutzten die Vorwoche für ein paar Trainingstage rund um Uppsala, spätestens am O-Ringen in Höga Kusten waren dann alle vereint. Unten findest du eine Zusammenstellung aller geschriebenen Berichte. Der Beitrag wird laufend mit den neuen Berichten und Fotos ergänzt.

 

Bericht aus der Stuga Nr. 13

von Stuga 13 (Delia Giezendanner, Anja Scherrer, Elena und Nadja Schuler)

Es war ein ganz normaler Wettkampfstag währen unserer Zeit in Schweden. Die Erschöpfung nach dem Wettkampf war spürbar. Einig schliefen, andere lagen am Strand oder schauten Film. Und dann gab es noch uns von der Stuga Nr. 13.
Wir wissen nicht wieso wir noch so viel Energie hatten, jedenfalls mussten wir sie loswerden.
Es gab das so eine Stuga, in der Tag und Nacht die Fenster offen waren und komischer weise hatten wir kürzlich entdeckt, dass in dieser besagten Stuga ein Pack Billar (autoförmige «Gummibärli») im Zimmer liegt.
Nun ergab sich die perfekte Möglichkeit, denn das Fenster war offen, und die Bewohner waren mit einem Film abgelenkt. Kurzerhand entschlossen wir uns, durch das Fenster einzubrechen. Nach einer kurzen Suchaktion fanden wir dieses Pack auch unter einem Kopfkissen.
Doch nun erschien noch ein zweites Problem: War es nicht ein bisschen auffällig, wenn plötzlich das ganze Pack weg war??? Kurzerhand entschieden wir, ein/zwei Billar im Pack zurückzulassen und sie unter ein weiteres Kopfkissen zu legen, um allen Verdacht von uns abzulenken.

 

Vorurteile einer OL-Einsteigerin und die Gegenbeweise während der O-Ringen-Woche

von Stuga 40 (Ursina Accola, Sarah Wilhelm, Sunghee und Chris Kim)

In Schweden ist es nie richtig sommerlich heiss
Oh doch! Abgesehen von einem Regentag war es sowohl in der Vorwoche wie auch am O-Ringen immer sonnig und sehr heiss. Oftmals wähnten wir uns eher irgendwo am Mittelmeer als im hohen Norden. Umso schöner war es, dass wir uns täglich in einem der nahen Seen oder im Meer abkühlen konnten. Auch am Abend konnten wir immer in T-Shirts und kurzen Hosen die schönen laaaangen Abende geniessen. So richtig dunkel wurde es in Örnsköldsvik übrigens nie – einzig zwischen Mitternacht und halb drei morgens war es so dämmrig, dass Lesen ohne Kunstlicht nur noch schwierig zu machen gewesen wäre.

Seltene Begegnung mit Elchen
Bereits nach 20min bei meinem ersten OL-Training in den schwedischen Wäldern stand ich einer Elchmutter und deren Baby gegenüber. Wer von uns mehr erschrocken ist kann ich nicht beurteilen – auf jeden Fall schlug mein Herz bis zum Hals und ich war froh, als die beiden durchs Unterholz die Weite suchten. Ein toller Start ins Schweden-Abenteuer! 

Wege als Auffanglinien
In gewissen Teilen von Schweden ist es durchaus möglich, einen Langdistanz-OL zu bestreiten, ohne einem einzigen Weg entlang zu gehen oder auch nur zu kreuzen. Das Gebiet Lunsen lässt grüssen! Als Notfallplan wurde uns geraten, einfach immer weiter in Richtung Westen zu laufen, falls die Orientierung auf der Karte nicht mehr möglich ist. Einige haben dann auch tatsächlich von dieser „Go West – Variante“ Gebrauch machen müssen – nicht zuletzt deswegen haben es aber alle rechtzeitig wieder zurück zum Parkplatz geschafft. 

Bei 18000 OL-Läufern gibt es viele Wartezeiten
Dank einer nahezu einwandfreien Organisation verliefen die Transporte zu den Wettkampfzentren am O-Ringen reibungslos. Dazu zirkulierten regelrechte Karawanen von Cars und Bussen zwischen dem Satellitenparkplatz, dem Campingplatz und den Austragungsorten. Mit schwedischer Genauigkeit wurde jeder einzelne Benutzer abgezählt, so dass überhaupt nie ein Athlet im Bus stehen musste – das wäre nach schwedischem Gesetz auch verboten.
Ebenso überraschend war für mich, dass es möglich war, für alle Teilnehmer Duschen zur Verfügung zu stellen und erst noch mit warmem Wasser. Wer wissen möchte, wie das möglich war, kann sich gerne bei den teilehmenden Mitgliedern erkundigen -  das Duschen war nämlich jeweils ein Erlebnis für sich… 

Elstern haben es auf Schmuck abgesehen
Von wegen! Als bei unserer Stuga (Bungalow) zum zweiten Mal der Schlüssel nicht mehr an unserem Versteck lag, fanden wir heraus, wer wohl der Übeltäter war und den Schlüssel ein paar Meter wegtransportiert hatte: es waren Elstern. Dafür stellten sowohl Markus wie auch Sarah ihre Kletter- und Einbruchqualitäten unter Beweis und ermöglichten so den Eintritt in die Stuga, noch bevor wir den Schlüssel wieder gefunden haben. 

Die O-Ringen-Woche ist nur etwas für erfahrene und ambitionierte OL-Läufer
Dank rund 130 Kategorien gab es für jeden Geschmack bzw. für jedes Können etwas: So kreuzten sich in den Wäldern rund um Örnsköldsvik internationale Eliteläufer mit gemütlichen Wanderern, welche oft mit Stöcken ausgerüstet waren.
Auch für mich als OL-Greenhorn waren die beiden Wochen ein ganz tolles Erlebnis und es hat mich gefreut, so viele OLG Chur-Mitglieder kennen zu lernen. Danke, dass ihr mich als „Fremdling“ so offen aufgenommen habt. Das grösste Dankeschön gilt aber Chris und Annetta, welche die ganze Reise inkl. Unterkunft, Essen und Trainings perfekt organisiert haben. Ihr habt unglaubliche Arbeit geleistet! Tusen takk! 

(von Ursina Accola)

 

Bericht aus der Stuga 39

von Stuga 39 (Käthi und Martin Attinger, Angela Zindel und Adrian Puntschart)

Nach der ersten Nacht in der Stuga F39 mit ungewollten Wespen-Mitbewohnern im Dach, machten sich beide Ehepaare getrennt auf, um das O-Ringen Square zu erkunden. Martin stürmte sogleich in den OL-Shop und wurde von Käthi angewiesen, nach einer Stunde beim parkierten Auto zurück zu sein. Käthi war es wie in einem Museum schon bald langweilig im OL-Shop und schlenderte auf dem Square durch die Werbestände und traf auf die Stuga-Mitbewohner Angela und Adrian beim Flowlife-Stand.
Angela sass auf einem Liegestuhl und liess sich von Björn massieren, wie auch Sohn Jan, welcher sich einen Kollegen von Björn an den Nacken legte und die Massage genoss. Käthi setzte sich sofort neben Angela und liess stöhnende Laute von sich. Adrian stand neben seiner Familie, wartete und wartete…
Nach einigen Minuten war Adrian überzeugt, dass er seine Familie nicht mehr von diesem Stand wegbringen wird, ohne dass er Björn adaptiert und mitnimmt. Käthi wurde dann beinahe etwas eifersüchtig und entschied sich, ohne Rücksprache mit Martin, ein Kollege von Björn einzukaufen.
Als dann alle in der Stuga F39 zurück waren, entdeckten wir, dass die ungewollten Gäste vernichtet wurden. Doch wir hatten ja nun zwei weitere gewollte Mitbewohner erworben zum Massieren, welche uns durch die Woche unterhielten.
Martin war beinahe etwas eifersüchtig, da er bemerkte, dass er als Masseur bei Käthi nicht mehr erwünscht war. Doch nach einigen Tagen empfand auch er die Massage von Björns Kollege als eine Wohltat.
Auf der Heimreise blieb der blinde Passagier von Käthi in der Sicherheitskontrolle hängen und musste aus dem Rucksack ausgepackt werden. Nach gründlicher Begutachtung von drei Sicherheitsbeamten durfte er dann doch mit in die Schweiz reisen. 

 

Entdeckungen im Trainingswald

von Stuga 35 (Linda Puntschart und Maurin Fritz, Véronique Ruppenthal und Sven Aschwanden)

Wir hatten Glück und hausten direkt neben dem Trainingswald. Dort konnte man bei wunderschöner Aussicht auf Meer und Hügel am Ruhetag einige Posten anlaufen (oder verfehlen). Wer dann auf den letzten paar hundert Metern den Blick voller Entschlossenheit von der Karte hob, konnte tatsächlich mit etwas Glück einen Elch zwischen den Föhren entdecken. Wollte man das speziell schöne Tier jedoch noch in den Wald hinein verfolgen, halfen selbst Karte und Kompass nicht mehr.

(von Linda Puntschart und Maurin Fritz)

 

Wie diebische Elstern und Meisterdiebe bestohlen wurden

von Stuga 44 (Gabriela Diethelm, Rico Nussbaumer, Christine und Silvio Sauter)

Es begann bereits auf heimischen Boden: Am Flughafen Zürich verschwanden die obligaten vier Verschlusssäckli für den Flüssigkeitentransport, notabene leer, in der Handtasche.
Die Stuga-interne Konkurrenz übertraf diese Gaunerei gleichentags nach der Ankunft mit dem Entwenden von WC-Papier und Servietten aus dem Servicebereich des Campingplatzes.
Dies stachelte den Ehrgeiz der Kontrahenten weiter an, und so kam es, dass die für den Couscous-Salat unerlässliche Tasse Orangensaft, vom Morgenessen zur Stuga «mitspazierte». Einen Tag lang gelang es zudem, die tollen Hotelfinkli der internen Konkurrenz unter den Nagel zu reissen. Der oberste Platz auf dem Dieben-Podest schien damit gesichert zu sein.
Es kam alles ganz anders ... denn der Meisterdieb packte sein ganzes Können aus: Barfuss in Sandalen in den Sportladen am O-Ringen-Torget spazierend, probierte er (um weitere Bestzeiten aufstellen zu können) verschiedene OL-Schuhe an. Die für dieses Unterfangen notwendigen Socken sind anschliessend an Meisters Füssen in den Sandalen einfach aus dem Geschäft marschiert! Beim Entdecken dieses «Malheurs» zurück in der Stuga, kamen die Mitbewohner in den Genuss des scheinheiligsten Gesichtes südlich des Nordkaps!
Ein letztes Aufbäumen um diesen Sieg noch zu kontern, mit zwei verschiedenen Autoschlüssel die Heimreise anzutreten zu wollen, wurde als letzten müden Versuch abgetan. Auch die drei gehamsterten O-Ringen-Erinnerungsabzeichen polierten die Bilanz der unterlegenen Diebesbande unwesentlich auf.
Am Ende der Clubreise gelangten die diebischen Elstern der Stuga 44 ernüchternd zur Erkenntnis, dass der Sieg wohl oder übel an die Schweden selbst gehen würde: Uns allen vieren haben die O-Ringen-Bahnleger nämlich sehr viel Zeit im Wald gestohlen, als es uns lieb gewesen wäre!

 

Vad hände i stuga 42

von Stuga 42 (Ursi und Mäse Ruppenthal, Käthi und Benno Scherrer)

Kühlen von 28°C auf 23°C  Frischluftzufuhr  Nachts alle Türen offen  5-Uhr-früh-Training – Mittagsmenü kochen für die Nachwuchsbande – grosse Wäsche machen und zusammen legen  Strandaufsicht – täglich ein Meerbad  Startzeiten vergleichen – O-Ringen-Zeitung lesen – Abfahrtszeiten festlegen – Lauf auswerten – Stinkdress auswaschen – Kaffeepause – Modeschau – Mittagsschlaf – Schiffsausflug buchen – Ruhetagprogramm planen – Leuchtturmbaden – Inselfahrt – Naturparkwandern – zwischendurch besenrein – Schattenplatz suchen  wundern über Architekt  geräucherter Fisch zum Zvieri – Cidre-Apéro – Abendbier – Jassrunde – Würfelspiel – Flusspflege – Augenpflege – Schuheinlage basteln – Mitternachtstee – Austrinkete – Ausessete – Blitzblankputzen.

Hälsningar från stuga 42

 

Ruhetag am O-Ringen

von Stuga 46 (Anita und Jörg Giezendanner, Muriel und Frank Schuler)

Was machen wir am Ruhetag, das war die grosse Frage. Vorgabe war, dass wenig zu laufen ist (es war schliesslich Ruhetag, und ein Teil verletzt), Möglichkeiten zum Baden vorhanden sind und es ein schönes Café für eine richtige Fika gibt.
So machten sich sie 2 Elternpaare aus Stuga 46, ihre 4 Töchter und ein temporärer Sohn – nach einem Tipp aus dem Tourismus-Büro – auf den Weg per Autos in grossem Bogen um dem Meerarm von Örnsköldsvik nach Osten. Ziel war das kleine, alte Fischerdörfchen Skeppsmalen. Nichts Böses denkend, näherten wir uns dem Örtchen, als uns plötzlich verdächtig viele Autos entgegen kamen, die alle versuchten, entlang der ohnehin schmalen Strasse zu parkieren. So stellten wir schnell fest, dass wir nicht die einzigen waren, die Skeppsmalen als Ruhetags-Programm ausgesucht hatten.
Daraus liessen wir uns die gute Laune aber nicht verderben, fanden einen Parkplatz für unsre zwei Karossen, besichtigten kurz das kleine Fischerdörfchen und suchten uns ein schönes Plätzchen auf der sehenswerten Steinküste. Einige wagten sich über die Felsen ins Wasser, andere nahmen es einfach gemütlich. Am Schluss gingen wir über die Felsplatten zurück zu den Autos, trafen dabei noch Lena und Bengt und fuhren in Richtung des ver­muteten Cafés. Tatsächlich liess es sich finden, hatte sogar viele freie Plätze und wartete mit einer Überraschung auf: die Familie Auer hatte es ebenfalls gefunden und sass dort schon friedlich am Schatten. 
Der Gastwirt war bestens im Bild («No competition today») und hatte schon einigen Umsatz gemacht. Zwar gab es technische Probleme mit dem Waffeleisen, doch haben wir es trotzdem sehr genossen! So kehrten wir (teilweise mit Shopping-Pause) zufrieden nach Gullvik zurück.

 

Bericht Stuga Nummer 34

von Stuga 34 (Michelle Ruppenthal, Lisha Kim, Michelle Abeni und Livia Giezendanner)

Gerade erst angekommen in der Stuga Nr. 34 hiess es mitanpacken beim Stühle schleppen, Tische verschieben und Sofas zu Betten umwandeln. So machten wir, Lisha, Michelle R., Michelle A. und Livia es uns so gemütlich wie nur möglich für die kommende Woche.
In unserer Stuga war immer etwas los. Egal ob Koreanisch-Schlafen (um den einen oder anderen violetten Fuss hochzulagern), Massenlager im Wohnzimmer mit Gruselgeschichten (ja, die Trainigs-/Vorwoche in Uppsala hat so richtig Lust auf dichtgedrängtes Schlafen gemacht), schwedischer Platzregen (der im aufgeschreckten, panischen  OL-Kleider-ins-Haus-Tragen endete),  Ligretto bei windigem Wetter auf der Terrasse (spielen, bis die Karten fliegen - oder eben wegfliegen) oder auch mal ein Beautyabend (welchen sich natürlich auch Mäse nicht entgehen liess und sich eine Gesichtsmaske aufdrückte).
In unserer Stuga war jede/r herzlich willkommen, denn meist hatten wir sowieso "Tag der offenen Tür" oder aber auch "Tag der offenen Fenster". Doch wie alle unsere Nachbarn schnell gelernt haben: Durch das Fenster wird nicht ins Haus gestiegen, und vor dem Betreten der Stuga werden die Füsse geputzt, ansonsten gibt es "Hauis" von Lisha mit dem Ikea-Schüfeli und Bäseli!
Wir waren ein eingespieltes Team, jede hatte ihren Schlafplatz, ihren Abstellraum für allen Krims-Krams (auch gern "begehbarer Kleiderschrank" genannt), und um das Wichtigste nicht zu vergessen; ihr eigenes Abteil im Kühlschrank!! Von Babybell und Kanelbullar bis zu Pommes und Marianne war alles vorhanden und wir rundum versorgt.
Es war eine lustige, tolle, fantastische, grossartige, wunderschöne, spannende, herausvordernde, manchmal auch schmerzhafte, herzliche, lohnende und einfach nur überragende Woche hier in Gullvik. Diese werden wir noch lange in Erinnerung behalten und sie wird uns beim betrachten einiger Erinnerungsfotos noch so manches Grinsen auf unser Gesicht zaubern!!

 

Die coolsten Zieleinläufe

von Stuga 33 (Eliane und Livia Auer, Lynn und Gina Wilhelm und Luisa Gartmann)

Am O-Ringen 2018 gab es die coolsten Zieleinläufe der ganzen Welt.
Es gab 8 Sponsoren: Ramirent, Holmen, Tork, Ormsalva, Suzuki, Sia Glass, Bagheera und Alewalds. Alle wurden einem der 8 Sponsoren zugeteilt, dem sie überall folgen mussten. Wenn man am Start war, ging es mit dem OL los. Vom letzten Posten der ersten und zweiten Etappe musste man die Wiese überqueren und dann durch den Bogen um sich dann beim Sponsor einzureihen. Am Schluss als man in seiner Spur drin war, konnte man richtig Gas geben und dann den Zielposten stempeln. Bei der dritten und vierten Etappe musste man entweder über die Rampe oder die Wiese ins Ziel. Bei der fünften und letzten Etappe gab es dann den aller coolsten Zieleinlauf der 5 Etappen. Man durfte vom letzten Posten ins Ziel ein S springen. Das war für mich ein sehr eindrückliches Erlebnis.

(von Eliane Auer)

 

Geschichten aus der Stuga Nummer 31

von Stuga 31 (Jan Puntschart, Juno Kim, Coni Meili und Annalena Schmid)

Sowohl an der ersten als auch an der letzten Etappe kamen alle Bewohnenden der Stuga 31 (Juno, Jan, Coni und Annalena) mit zufriedenen Gesichtern zurück aus dem Wald. An was es wohl liegen könnte? Coni – eigentlich ein Mensch mit klarem Verstand – ist überzeugt, dass seine alten Puma-Unterhosen ihm zu seinem Glück verholfen hatten. Das einzige Utensil, welches er an beiden Wettkämpfen trug. Anderen wiederum könnten auch die abendlichen Geo-Guessing-Battles* zu mehr Erfolg bei der Postensuche verholfen haben. Denn im Verlauf der Woche kam es bei dem Quartett nicht nur zu virtuellen Geo-Guessing-Runden, sondern auch im Gelände wurde ab und zu gerätselt, wo man sich denn nun genau befinde. Jedenfalls wurden wir alle nicht von Suchaktionen verschont und waren glücklich, dass wir mit einem guten Lauf vom O-Ringen abreisen konnten. Nicht nur mit erfolgreichen Wettkämpfen, sondern auch mit einem neuen Koffer, Jacken, Leibchen, Socken, Schuhen und wer weiss was sonst noch verlässt Jan Örnsköldsvik. Jeden Tag aufs Neue warteten wir gespannt auf seine Errungenschaften aus dem Fjällräven-Outlet oder dem O-Ringen Torget.
Auch das Duell jugendliche Torheit gegen fast 40-jährige Erfahrung entschieden die Youngster mit altersgerechten Bahnen und Linksüberholen für sich. Sorry Gianni.
Trotz den vernachlässigbaren restlichen Etappen war es eine Woche voller lustiger und glücklicher Momente, wunderschönem Gelände und eindrücklicher Natur, wofür wir uns insbesondere bei Chris für die Organisation und seinen unermüdlichen Einsatz herzlich bedanken wollen.
*Beim Geo-Guessing muss man mittels Google Street View herausfinden, an welchem Ort man sich befindet und diesen möglichst exakt auf Google Maps eintragen. Das Spiel kann mit Orten in der Schweiz, Europa oder der ganzen Welt gespielt werden. Achtung: Suchtgefahr!

 

Meine ersten Ferien in Skandinavien

von Stuga 38 (Gian-Reto Schaad, Annetta, Markus und Selina Wenk)

Nun war sie also da, diese OL-Wettkampf-Woche in Schweden. Zuerst fuhren wir ganz lange Auto und ich konnte mich mit schlafen gut erholen von der Vorbereitungswoche. Auf dem Camping in Gullvik konnten wir ein kleines Häuschen beziehen und ich durfte zum ersten Mal im Kajütenbett im oberen Stock schlafen. Das war lässig. Immer am Morgen wenn ich erwachte, konnte ich mich in meiner Zewi-Decke ganz weit rauslehnen und so konnte ich Mama oder Papa im unteren Stock beobachten. 
Cool war, dass Mattia auch dabei war. Mit ihm konnte ich spielen und mich bestens unterhalten. Nach dem Abendessen gingen wir jeweils die Rampe runter Richtung Strand und danach auf den Spielplatz, wo mir die Rutschbahn am besten gefiel.
Bei den Reisen an die OLs waren die Busfahrten schon etwas mühsam. Da muss man immer still sitzen und kann nicht wie im Zug die anderen Fahrgäste besuchen gehen. Während des OLs habe ich meistens ein Erholungsschläfli gemacht und mit Mattia auf der Decke gespielt und gegessen. Andrin hatte feine Sachen dabei, da habe ich ein bisschen stibitzt. Zweimal habe ich den Zieleinlauf von Mama nicht verpasst und konnte mit ihr abklatschen. Einmal war ich mit Mattia, Nico, Livia, Carmen und Mama am Miniknat. Puh, das war anspruchsvoll. Durch einen Tunnel musste man kriechen und über Heuballen springen, dabei kann ich doch noch gar nicht selbstständig gehen. Da war ich echt froh, dass ich Begleitung dabei hatte. Aber sonst war es super lässig und ich hab sogar einen Preis gewonnen.
Die Lage der Unterkunft war auch toll, direkt an einem schönen Sandstrand. Da die OLs für mich eher locker waren, konnte ich mich da noch so richtig austoben. Im Meer plantschen war super, vor allem wenn Livia und Luisa noch mit dabei waren. Sie haben mir auch beim sändelen geholfen, damit die Burgen so richtig gross wurden. Und manchmal haben sogar die Grossen mitgeholfen und mir eine ganze Badewanne im Sand gebaut mit Frischwasserzufuhr aus dem Meer.
Es hat Spass gemacht in Schweden. Vielen Dank, dass ich als Nicht-Mitglied mitkommen durfte.

(von Selina Wenk)

 

Zwei Berichte aus der Stuga 14

von Stuga 14 (Florentin Meili, Jérôme Tschenett, Flurin Brenn und Linus Buchli)

Am Mittwochabend wollten wir vier (Flurin, Linus, Jérôme und ich) ganz gechillt zum Strand runter, doch da sahen wir einen Jungen, der mit seinem Vater Fussball gespielt hat. Da bekamen wir doch noch Lust mitzuspielen, wir fragten sie (schwedisch-englisch) und schon gings los. Wir bildeten Teams und fingen an. Nach etwa einer Viertelstunde kam noch ein kleiner Junge, der mitspielen wollte. Er kam in das gleiche Team wie ich, leider verstand er nicht, dass ich mit ihm im gleichen Team war ;-).
Nach einiger Zeit nannten wir ihn Ramos, denn er grätschte mit seinen Schuhen alle um und das nicht gerade fein. Als wir das Match fertig gespielt hatten, vereinbarten wir mit dem Jungen, das wir am nächsten Tag das gleiche machen werden. Wir hatten viel Vergnügen!

(von Florentin Meili)

Unsere Stuga war sehr modern, wir hatten sogar eine Klimaanlage. Das hatten andere Stugen nicht. Aber dafür hatten wir keine Fenster. Unsere Stuga war eigentlich nur ein grosser Raum mit einem kleinen Raum, wo das WC und die Dusche waren. Die Betten waren nicht sehr komfortabel, es gab nur ein Kajüten-Bett und ein ausziehbares Sofa. Das machte einige Schwierigkeiten, weil alle Betten in dem grossen Raum standen, konnten die Älteren nicht all zu spät ins Bett. Sonst war es gut.

(von Jérôme Tschenett)

 

Bericht von 4x We

von Stuga 37 (Claudia und Claudio Wetzstein, Christina und Werner Wehrli)

Ein Mehrtage-OL im Sommer in Bordeaux oder so ähnlich ist uns zu heiss. Deshalb reisten wir dieses Jahr gerne mit der OLG in den kühlen Norden.
Doch auch in Schweden war es diesen Sommer sehr heiss. Darum schlagen wir als nächstes eine Clubreise nach Grönland zum Arctic Midnight Orienteering vor (http://cal.worldofo.com/?id=9692).
Heiss waren allerdings nicht nur die Temperaturen, sondern auch die OL-Gelände! Claudio hatte eine Novität in seiner 45-jährigen OL-Karriere: An der 2. Etappe lief er von Posten 6 zu 7 via 5, 4 und 3. Dies mit voller Absicht, da er einerseits diese Route bereits kannte und andererseits vom 3. Posten einen guten Ausgangspunkt zum 7. Posten hatte und so gleichzeitig die Grünstufe auf der Direktroute umgehen konnte.
Bei den Wettkämpfen war ständiger Kartenkontakt wichtig. Ging dieser nämlich verloren, so blieben nur Durchfragen oder eine Auffangübung übrig. An der 4. Etappe entschied sich Werner, zur Hochspannungsleitung am Kartenrand zu laufen, um sich aufzufangen. Dort stelle er fest, dass er die Auffanglinie von ausserhalb der Karte erreicht hatte. Kurz darauf stimmten auch bei ihm Karte und Gelände wieder überein. Trotz diesem Missgeschick reichte es noch für einen Platz im Mittelfeld.
Auch ausserhalb der Wettkämpfe gab es einige tolle Posten: Nr. 1 Schlucht im Nationalpark Skuleskogen, Nr. 2 kilometerlanger Felsplattenstrand im Nationalpark Rotsidan, Nr. 3 eine mittelalterliche Kapelle in Barsta, Nr. 4 der Leuchtturm Skeppsmalen bei Skagshamn mit super Meerbad zwischen Felsklippen. 

 

Bericht aus der Stuga 36

von Stuga 36 (Carmen, Andrin und Mattia Kappenberger, Emmanuel Okoye und Martha Federspiel) 

Lange zum Voraus waren sie geplant - die OL-Sommerferien 2018. Unsere Vorfreude war anfangs Januar 2018 sehr gross. Zum einen kannte man die perfekte Organisation von Chris Kim und Annetta Wenk. Alles was sie bis jetzt anpackten, war einfach nur toll. Zum anderen freuten wir uns, mit Erwin und Margrit Caflisch wieder einmal gemeinsam Ferien zu machen und dies noch in einer gemeinsamen Stuga. Der Garant, dass es da in den privaten Minuten locker und lustig zugehen wird, war gegeben.
Erstens kommt es anders – zweitens als man denkt.
Ende April 2018 mussten wir schmerzhaft mitansehen, dass es Erwin gesundheitlich nicht gut geht. Margrit und Erwin mussten deswegen die Reise stornieren.
Kurz danach schien auch eine Teilnahme an der Schwedenreise 2018 für Emmanuel und mich unsicher, litt doch Emmanuel erheblich an einer Diskushernie und musste deswegen ins Spital.
Für uns gab es in letzter Minute eine gesundheitliche Wendung bei Emmanuel, welche es uns ermöglichte, für die Nordlandreise unsere 7 Sachen zu packen. Wir kannten in der Zwischenzeit unsere neuen Mitbewohner per Namen. Kurzfristig sprang die Familie Kappenberger für Margrit und Erwin Caflisch ein.
Angekommen am 19. Juli 2018 in Gullvik in der Stuga, schlugen wir der jungen Familie das minim grössere Zimmer vor. Von diesem Tag an durften wir Carmen, Andrin und Mattia (16 Monate) kennenlernen.
Mattia war der Sonnenschein der Stuga 36. Mit seiner offenen Art, seinem Lachen mochte er uns zu überzeugen und verlieh damit unserer Ferienwoche eine gewisse Leichtigkeit und Freude. Das gemeinsame „Wibeeri-Essen“ aus einem Teller mit Mattia – Stück für Stück – wird uns mit Mattia verbinden und wer weiss, vielleicht sitzen wir in Zukunft wieder einmal mit Mattia am Tisch – wahrscheinlich wird dann der vor uns liegende Teller mit etwas anderem gefüllt sein. :-)
Wie auch immer … Es war schön, dass wir Carmen, Andrin und Mattia kennenlernen durften und somit die Namen für uns ein Gesicht bekamen. Ja, wir hatten alle zusammen eine super Zeit, und genossen den Mix zwischen Familien- und Clubferien. Wir danken allen kleinen und grossen Spielkameraden und Organisatoren!

(von Martha Federspiel)

 

Gedicht aus der Stuga 43

von Stuga 43 (Irene Büttiker, Claudio Caluori, Erika und Fredi Seiler)

Mit vollgepacktem BMW
hinauf nach Schweden ging‘s - Juhee!

Auf der langen Fahrt nach Schweden
konnten wir ja nicht nur reden...

Drum übten wir halt tagelang
auf Schwedisch, deren Lobgesang.

Die Zimmerchen im «Vandrar» - Heim
mit «Mini-Spind» war'n etwas klein ...

Entsprechend half man sich halt weiter,
so blieb die Stimmung dennoch heiter.

Und auch im Haus vom IF Thor
kam‘s einem etwas «crowded» vor.

Doch Dank genauem «Ämtli-Plan»
kam jeder mal mit Helfen dran.

Die Wälder galt es zu erkunden
manch einer drehte Extra-Runden.

Die Trainings haben viel gebracht
und dazu auch noch Spass gemacht!

Annette - vielen Dank fürs Planen
es waren wirklich tolle Bahnen!

Die erste Woche war vorbei
und weiter ging die Reiserei.

Örnsköldsvik war unser Ziel -
der Ort uns schon recht gut gefiel.

Noch schöner aber war's am Meer
der Campingplatz behagte sehr.

Obwohl die Stugas klein bemessen...
Am 1. Tag «Na ja» das Essen....

Die erste Nacht war gar nicht «nett»
zuoberst - im Kajüten Bett....

Die Hitze staute in der Kammer
ohne Fenster! - welch ein Jammer!

Drum sagte ich dann schnell zu mir -
die Stube wird nun mein Quartier.

Dort ist‘s kühler, sowieso
nur Schnarchen kam jetzt «Stereo»...

Und bald schon hat es dann uns allen
so wie es war - recht gut gefallen.

Die Ö-Week selber war ein «Steiss»
denn es war oftmals weit und heiss!

Der CC musste etwas fluchen
und Posten 1 sehr lange (!) suchen.

Fredi war erst flink dabei
und dies bis zur Etappe 2...

dann schmerzte ihn das Knie so sehr
drum gab‘s für ihn kein starten mehr.

Zum Glück gab’s für das Seelenwohl
bei Nachbar's immer AperÖl  :-)

O-Ringen hat uns Spass gemacht
und für die Freundschaft viel gebracht!

Drum sag ich jetzt der OLG
habt Dank -  Hej då - Uf Wiederseh!

 

Erlebnisbericht eines Unerfahrenen

von Stuga 41 (Bea, Roland und Nico Auer, Claudia und Claudio Meili)

Als wohl einziger Teilnehmer, der weder OLG Chur Mitglied ist, noch OL Erfahrung hatte, wusste ich nicht so recht was mich in diesen zwei Wochen wohl erwarten würde. Aus früheren Begegnungen mit OL-fanatischen Sportlern wusste ich noch, dass diese „Wald-Freaks“ ständig über ihren Karten brüten und diskutieren, wo wer durchgerannt war, wo wer welche Minuten liegen liess, und was wohl der gescheitere Weg gewesen wäre.  Das typische Vokabular „int Schnitz gloffa“, „uffanga chöna“ oder „übrloffa“ war mir im Wortlaut zwar vertraut, aber ansonsten eher unverständlich. Als OL Durchschnittsinteressierter vermutete ich, dass ich nur zwei Möglichkeiten hatte. Entweder machte ich mir mein eigenes Programm und meine eigenen Gesprächsthemen, oder aber ich gab mich diesem Sport hin, und würde versuchen, in diesem Fluss bestmöglich mit zu schwimmen und den Kopf möglichst über Wasser zu behalten. Der Familie zuliebe entschied ich mich für Variante 2. Schliesslich wusste ich ja bereits bei der Anmeldung, dass es sich grösstenteils um OL Ferien handeln würde.

Erste Erfahrungen
Die Infiltration geschah schleichend und für den Laien kaum erkennbar. Am ersten Trainingstag in Uppsala hiess es, dass die kleinen Teilnehmer einen sogenannten Kartenmarsch machen würden, wo ich mich gerne mit anschliessen könne. So war ich beschäftigt und konnte im Wald nicht verloren gehen. Gute Taktik. Kaum hatte ich mich darauf eingestellt, ergab sich ein sonderbarer Zufall. Just als wir mit dem Kartenmarsch starten wollten, verkoppelte mich Bea geschickt mit Adi. Ich könnte ja anstelle des Kartenmarsches eine Runde mit Adi mitgehen. Das sei für mich viel besser. Aha, also Individualbetreuung für den Rookie. Also gut, wieso nicht. Ich nickte. Adi zeigte mir ausführlich und mit viel Geduld was man auf einer solchen OL Karte alles sehen konnte, und wie das im Gelände aussehen musste. So tasteten wir uns gemeinsam von Posten zu Posten und siehe da, da stellte sich hie und da sogar ein freudiges „Hoppla, da ist ja tatsächlich ein Posten“ ein. Kaum waren wir von der kleinen Runde zurück, entschieden wir uns den Arbeitstag noch zu verlängern. Obschon ich Adi weismachen wollte, dass dies für ihn ja nur langweilig sei, stellte er sich bereitwillig für eine zweite Runde mit mir zur Verfügung. Seufz, na gut, wenn ich schon mal da bin... Diesmal ging ich voraus, und versuchte die Zeichen des Waldes richtig zu deuten. Adi sorgte dafür, dass ich nicht fehl ging. Einmal trafen wir im Wald einen anderen Teilnehmer der Gruppe und Adi fing an zu schwatzen. Nun ertappte ich mich dabei, dass ich alleine weiter wollte. „Ich gehe schon mal Voraus!“ sagte ich ihm und verschwand. Würde ich den nächsten Posten wohl selbst finden? Es gelang irgendwie und schon bald stiessen wir zur Kartenmarschtruppe und beendeten diese Runde. Nach einem Mittagslunch hatte ich eigentlich genug, und es war sehr heiss. Aber unverständlicherweise liess ich mich darauf ein, noch einen dritten Testlauf alleine zu machen, und zwar einer mäandrierenden Linie nachzulaufen, und dabei die Posten zu entdecken, die im Wald vorhanden sein müssten. Nun war es also soweit, ich alleine gegen den Wald! Nun kann ich allen zeigen, dass ich es doch kann. Bis zum dritten Posten ging alles glatt, ich konnte feststellen, dass die Zeichen der Natur mit den Symbolen auf der Karte übereinstimmten. Juhuuu. Aber dann drehte der Weg ständig, und plötzlich wusste ich nicht mehr wo hinten und vorne, wo oben und unten war. Es geschah urplötzlich. Ich hatte nicht den leisesten Schimmer wo ich war. Ein komisches Gefühl. Dass weit und breit niemand anderes im Wald zu sehen oder zu hören war, erfüllte mich mit leichtem Unbehagen. Was tun? Ich mutmasste, wo ich in etwa sein musste, und wo das Ziel war. Also Kompass richten, und nur noch raus aus diesem Waldwirrwarr. Das war ein ziemlicher Dämpfer.

Das Ego setzt sich durch
Am zweiten Tag hatte ich vorerst keine Lust auf weitere Abenteuer. Ausserdem war es schon wieder extrem heiss. Ich stellte mich in den Dienst von Livia. Ich wollte ihr helfen, dass sie ihre Runde absolvieren konnte. Obschon der Parcours nicht allzu schwer sein konnte, suchten wir bereits beim ersten Posten eine ganze Weile. Ich ertappte mich auf der gesamten Runde immer wieder, dass ich Livia gar nicht Karten lesen liess, sondern, dass ich selbst die Karte studierte und den Posten finden wollte. Das war aber eigentlich gar nicht die Absicht gewesen. Also stopp, ich bin nur der Helfer. Gemeinsam brachten wir die Runde erfolgreich zu Ende, und freuten uns dabei auf Getränke und einen kühlenden See.

Training im Siggefora-Upplandsberg, Die Feuertaufe
Am nächsten Tag nahm ich mir vor, erneut mit Livia zu gehen, und ihr das Kartenlesen wirklich zu überlassen. Aber es kam anders. Bea teilte mir mit, dass sie mit Livia eine Runde machen werde, und ich selbst eine Trainingseinheit gehen könne. Keine Diskussion. Okay. Also gut versuchen wir es nochmals. Ich muss ja nicht einer sich ständig drehenden Linie nachlaufen, sondern „nur“ von Posten zu Posten gelangen. Aber bereits der Blick auf die Karte liess mich erschaudern, denn der erste Posten war schon ziemlich weit weg und dazu noch im Nirgendwo, in einem Sumpf. Ohjeee. Also Lächeln aufsetzen und nichts anmerken lassen. Höchst konzentriert und mit der Kompassnadel stets vor Augen ging ich los. Würde ich diesen verflixten ersten Posten nicht finden, würde ich sofort umkehren und meine OL Karriere beenden. Aber zum meinem Erstaunen fand ich den Posten problemlos, wie auch Posten zwei und drei. Es gibt sie also doch, die Glücksgefühle im OL. Die nächsten Posten konnte ich ebenfalls mehr oder weniger gut finden, wobei ich die Runde stark abkürzte. Ich wähnte mich bereits als kleines Talent als der nächste Dämpfer folgte. Ich war bestrebt, die Runde nicht nur ohne grössere Probleme, sondern auch noch in kurzer Zeit zu absolvieren. Da passierte es. Wo war nur dieser verflixte Posten 14? Eine so kurze Strecke konnte doch für mich kein Problem darstellen. Aber es war Eines. Ich suchte und suchte und irrte herum. Ich erkannte plötzlich diese Hügel und Steine nicht mehr. Wo war nur mein Posten geblieben? Per Zufall näherte sich gerade eine OL Läuferin, und zwar ausgerechnet meine Frau. Uups wie peinlich. Ich fragte sie, ob sie auch nach Posten 14 laufe.  Nein, sie laufe zu Posten 12. häähh ??? Da musst du aber ganz schön falsch unterwegs sein. Oder etwa doch nicht? Ohhh nein. Ich hatte nach Posten 13 die Karte um 180° verdreht angeschaut und war so genau in die verkehrte Richtung zurück zu Posten 12 gelaufen. So ein Mist. OL ist einfach doof. Mein Hals war bereits ganz ausgetrocknet, aber letztlich fand ich mich wieder zurecht und beendete die Runde ohne weitere Zwischenfälle. Der zumindest teilweise geglückte OL Auftritt endete mit einem erfrischenden Bad im nahegelegenen, sehr schönen See.

Lunsen, aber ohne mich, oder?
Tag vier sollte die Krönung der Trainingswoche werden. Es ging in den offenbar unglaublich schwierigen Lunsen Wald. Da gibt es nicht einen einzigen Weg, und wenn man sich mal verlaufen hat, gibt es kaum die Möglichkeit sich wieder zu fangen. Wie bitte? An meinem zweiten richtigen OL Training wollen die mich in den Urwald schicken? Ich glaub ich passe, sonst mache ich mir noch in die Hosen. Aber irgendwie war der Reiz trotzdem vorhanden. Sollte ich es nicht zumindest versuchen? Ich konnte ja nur gewinnen. Es gab nichts zu verlieren, ausser vielleicht die Orientierung. Haha. Lustiges Wortspiel. Aber Chris tröstete uns. „Wenn du im Lunsen nicht mehr weisst, wo du bist, dann gehe einfach immer nach Westen. Da kommt dann mal eine Strasse.“ Schöner Trost dachte ich. Und das sagt ausgerechnet einer, der gar nicht wissen kann wo Westen liegt. Aber es ging ja am Vortag nicht so schlecht, oder? Und so schaute ich mir bereits am Vorabend die Karte an. „Meister“ stand auf der Karte. Einmal leer schlucken. Okay. Ich kann es ja versuchen. Wenn ich schon den ersten Posten nach bereits beträchtlicher Distanz ohne grossartige Anhaltspunkte finden sollte, könnte ich noch weiter probieren. Ansonsten aber besser schnell raus aus dem Urwald.

Lunsen, die Meisterprüfung
Nun gut, der Start glückte. Da ich kompromisslos nach der Nadel lief und mir Zeit gab, traf ich exakt auf den Posten. Ebenso bei Posten 2 und 3. Zum Vierten Posten war es eine unglaublich lange Distanz und ich gelangte auch da fast genau in den Postenraum. Aber dann ging die Suche los. Und je mehr ich suchte, desto weniger erkannte ich, wo ich war. Es war wie verhext. Jeder kleine Hügel konnte auch ein anderer auf der Karte sein. Ich gab mich bereits auf und spähte nach Westen. Zum Glück kamen dann die vier Jungs der Talentgruppe und suchten denselben Posten. Gemeinsam fanden wir ihn dann. Keine Ahnung wie. Aber wenigstens konnte ich nun weiter gehen. Posten 7 musste ich nochmals suchen. Irgendwie hatte es hinter jeder Ecke eine Felswand. Und doch war da nie ein Posten. Dann kam glücklicherweise das Tandem Puntschart zum selben Posten. Und so wurde ich erneut vor dem Gang nach Westen gerettet. So jetzt aber Konzentration. Ich kürzte auf Posten 11 ab, welchen ich zu meinem Glücksgefühl exakt traf. Juhuii. Geht ja. Jetzt weiter auf die 12. Aber kurz vor dem Postenraum 12 kamen wieder die Jungs der Talentgruppe angerauscht und ich liess mich dazu verleiten meine Linie leicht zu verlassen und das Tempo zu erhöhen. Und prompt fanden wir den Posten wieder nicht. Nach in meinen Augen chaotischer und absolut willkürlicher Taktik wurde gesucht, und der Posten tatsächlich gefunden. Wie machen die das bloss??? Nun gut ich liess die Jungs ziehen, das war nichts für mich. Die nächsten 2 Posten konnte ich auf Anhieb finden. Jetzt nur noch 1 Posten und dann raus aus diesem Irrgarten. Den Posten verfehlte ich, weil ich zu weit lief aber oh Wunder. Ich konnte mich fangen. Und das im Lunsen. Man staune. Ich fand auch diesen Posten und beendete den Trail. Das war knapp, und ich fix und fertig.

Unerwartete Wendung
Die Vorbereitungswoche war somit abgeschlossen und die Vorfreude der Teilnehmer auf den O-Ringen Höga Kusten bereits zu spüren. Ich war zum Glück nicht angemeldet, und konnte mich so voll und ganz in den Dienst der Kinder stellen. Meine OL Erlebnisse als Aktiver gingen hier zu Ende, und das war richtig und gut so. Dachte ich! Noch am selben Abend nach dem ich den Lunsen knapp überlebt hatte, hiess es, dass noch zwei bereits gekaufte Startplätze zu haben wären. Das wäre doch was für mich. NEIN. Aber jemand der den Lunsen gemeistert habe, könne überall bestehen. NEIN. Aber es wäre schade, wenn die Startplätze nicht genutzt würden. NEIN. Für die Kinder sei aber immer jemand da, da könne ich doch problemlos auch laufen. NEIN. Die Wälder seien aber viel einfacher als der Lunsen, und dazu noch viel schöner. PFFF. das hört sich eigentlich gut an. Und wenn mir die Distanz der H35 zu lange sei, könne ich auch problemlos eine andere Kategorie wählen. OKAY scheint vernünftig. Und ausserdem hätte ich dann sogar offene Startzeiten, so dass es mit der Kinderbetreuung ganz sicher funktionieren werde. OKAY das vereinfacht es. Also überwand ich den inneren Schweinehund und wählte die Kategorie Svar 3.5, will heissen schwierig und max. 3.5km lang.

Glücksgefühle bei Trainings in Örnsköldsvik
Kaum oben in Örnsköldsvik angekommen, lagen Trainingskarten auf dem Tisch und ich fragte mich ernsthaft. Wie konnte ich mich bloss überreden lassen, hier mitzumachen? Ich bin ja gar kein OL Läufer. Und dann soll ich mitten in diesem Pulk von Profis und weiteren Ambitionierten mitlaufen? Aber jetzt gab es wohl kein Zurück mehr. Ich war angemeldet, und die Startnummer wurde mir in die Hand gedrückt. Damit ich wenigstens nicht bereits am ersten Tag böse Überraschungen in diesen Wäldern erleben würde, entschied ich mich, auf dem nahegelegenen Hügel ein kleines Training zu absolvieren. Schliesslich musste ich lernen, ob ich die Posten auch finden könnte, wenn ich wirklich springen und nicht nur gehen würde. Eine ganz neue Herausforderung für mich. Also machte ich mich in der Abendhitze auf, eine Runde von neun Posten zu laufen. Und siehe da. Mit einem breiten Grinsen kam ich zurück. Ich fand auf Anhieb alle Posten und dazu noch im Laufschritt. Es gibt sie also doch noch, die Glücksgefühle im OL. Am kommenden Tag wollte ich ebenfalls nochmals ein zweites Training auf dem Hügel machen, mit nochmals 9 Posten. Diesmal stand im Vordergrund, zwei landschaftlich ausserordentlich schöne Bereiche noch zu erleben. Und auch da gelang mir ein optimaler Lauf. Alle Posten ohne zu suchen angelaufen, ein wunderbar offener Wald erlebt, und grandiose Ausblicke auf das Meer vom Hügel genossen. Dazu noch die Runde in 45 Minuten beendet. Glücksgefühle überkamen mich. Jawohl, O-Ringen ich bin bereit. Jetzt kann es losgehen.

1. Wettkampftag Arena Domsjö, der Rookie
Erster wettkampfmässiger OL-Tag am O-Ringen 2018. Der anfängliche Regen hörte schon bald auf, und als ich bereit für den Wald war, war es bereits wieder ziemlich trocken. Das erste Problem stellte sich mir bereits beim Start. Ich hatte das ja noch nie zuvor so gemacht. Wo und wann muss ich nun diesen Stift ins Loch halten? Und für wie lange wohl? Beim Löschen und Kontrollieren schaute ich ganz genau hin, wie das die anderen Teilnehmer machen. Wenn ich es genauso machen würde, würde es wohl einigermassen richtig sein. Beim Check die erste Überraschung. Der Computer sagte, dass hier eben ein Roland Auer für die Kategorie Svar 3.5 eingecheckt hatte. Woher weiss der denn, dass ich, Roland Auer, diesen Stift benutze? Ich hatte ja noch nie zuvor diesen Stift benutzt? Aber egal. Der Weg zum Start konnte also unter die Füsse genommen werden. Dann beim Startgebiet den richtigen Eingang zu meiner Kategorie benutzen und den Stift ins nächste Loch. Und schon war ich beim Tisch mit den Karten und den Postenbeschreibungen. Darf ich mich hier einfach so bedienen? Mal schauen. Da niemand mich zurechtwies, musste das wohl korrekt gewesen sein. Und nun? Wie lange muss ich auf den Start warten, oder wie lange habe ich Zeit die Karte anzusehen? Fragen über Fragen, und niemand der sie beantwortet. Ich entschied mich nicht zu lange zu warten und ging an den verschiedenen Läufern, die allesamt im Studium der Karte vertieft waren, vorbei zum Startgate. Die Person beim Starttörchen wird mich nun mit Bestimmtheit zurechtweisen oder mir zumindest sagen, wann ich starten darf. Aber nichts dergleichen passiert. Sie lächelt nur. Ich glaube fast, sie hat mich als Greenhorn ertappt. Nun gut, ready vor take off. Ich halte den Stift – in Neudeutsch auch Bätsch genannt -  ins Loch und jogge gemütlich zum Startpunkt. Dort angekommen die nächste Überraschung. Trotz genauerem Hinschauen hat es beim Startpunkt tatsächlich gar kein Loch, wo man diesen Bätsch reinhalten könnte. Komisch, na dann gehe ich halt so los. Posten 1 und 2 finde ich ohne grössere Probleme, na dann mal los zu Posten 3. Jetzt etwas Gas geben. Aber hoppla, plötzlich kann ich diese Hügel und Felsen nicht mehr richtig zuordnen auf der Karte. So ein Mist, jetzt bin ich also bereits „int Schnitz“ gelaufen. Wo bin ich denn hier wohl? Und warum sehe ich dort durch den Wald hindurch einen Sanitätsposten? Den gibt es ja gar nicht auf meiner Karte. Ohjeee, nun dämmert es. Ich bin bereits massiv zu weit gelaufen. Verflixt. Also nichts wie zurück. Nach erfolgreichem Quittieren jetzt aber mit voller Konzentration weiter. Leider passiert mir das mit dem zu weit laufen auch bei Posten 5 und 6 nochmals. So ärgerlich. In meinem Frust staute sich so viel Energie an, dass ich dafür den Endspurt als Schnellster meiner Kategorie zurücklegte. Und bei zwei weiteren Posten hatte ich tatsächlich die drittbeste Zeit meiner Kategorie gelaufen. Na immerhin ein kleines Erfolgserlebnis. Aber am Ende resultierte bloss der 52. Rang mit einer Schlusszeit von knapp 72 Minuten. Der Sieger benötigte für dieselbe Strecke 45 Minuten weniger lang !!! Wie ist das bloss möglich? Am Ende des ersten Tages blieb die Erkenntnis, dass ich den Wechsel der 10‘000er Karte der Vortage auf den 7‘500er Masstab des Wettkampfes nicht umsetzen konnte, und deshalb mehrmals zu weit rannte. Das muss sich aber am nächsten Tag bessern. Sonst wird das eine blamable Vorstellung.

2. Wettkampftag Arena Domsjö, die Steigerung
Am zweiten OL Wettkampftag im selben Gebiet erging es mir deutlich besser. Ich konnte die Distanzen besser einschätzen als am Vortag. Das Startprozedere war mir nun wohl bekannt und ich konnte zumindest soweit selbstsicher durchmarschieren, dass die meisten anderen Leute nichts von meiner Unerfahrenheit bemerkten. Los geht’s. Aber aufgepasst, bei so vielen Wegen nur nicht die Übersicht verlieren. Kurz vor ich bei einer Weggabelung in den Wald in Richtung Posten stechen will, kommt mir ein weinender Junge entgegen und schwafelt mich auf Schwedisch voll. Ich verstehe zumindest so viel, dass er nicht seine Mami sucht, sondern wohl einen Posten. Also. Da wollen wir doch helfen. Zuerst müssen wir uns auf seiner Karte im 10‘000er Massstab zurechtfinden, und ihm zeigen, wo er sich befindet. Dann schauen wir uns den besten Weg zu seinem Posten an, und ich schicke ihn mit entsprechenden Gesten in die richtige Richtung wieder los. Der Arme weint noch immer und ich hoffe er findet sich zurecht. So nun aber genug Zeit verloren, jetzt Gas geben. Und schon verlaufe ich mich wieder, wo war jetzt gleich der Posten nochmals? So eine Sch…. Aber zum Glück irrt da noch ein anderer Läufer auf der Suche nach diesem Posten umher. Wir beraten uns kurz, wo wir sind. Alles klar. Nun aber ab durch die Mitte. Im weiteren Verlauf bekundete ich keine weiteren Probleme und war mit meinem Lauf entsprechend zufrieden. Zwar diesmal keine Abschnittsspitzenzeiten, dafür mit Rang 26 und einer Laufzeit von 48 Minuten eine markante Steigerung zum Vortag. Der Rückstand auf den Schnellsten betrug nur schlappe 24 Minuten !

3. Wettkampftag Arena Backsjö, der Dämpfer
Nach einem wohlverdienten Ruhetag und dem einen oder anderen anregenden Gespräch, sowie diversen Analysen der vergangenen Läufe fühlte ich mich absolut bereit für den nächsten Schritt. Einmal durchkommen ohne Fehler, ohne Suchaktion war das Ziel für die dritte Etappe. Nachdem ich Livia auf den Weg geschickt hatte, machte ich mich auch für den Start bereit. Beim kurzen Kartenstudium sah ich, dass die ersten 6 Posten eine Abfolge mit kurzen Distanzen zwischen den Posten war. Das sollte es mir ermöglichen, fehlerfrei zu bleiben. Doch es kam anders. Die ersten 2 Posten gingen noch glatt durch, aber beim Weg auf den 3. Posten passierte mir ein fataler Fehler. Auf der Karte visierte ich immer die Strecke von Posten 3 zu 4 an, was mich um 90° in die verkehrte Richtung laufen liess. Ich bemerkte den Fehler erst, als ich auf einen grossen Weg kam, den es auf der Karte gar nicht geben durfte. Ich ärgerte mich dermassen, dass ich die weiteren 3 Posten ebenfalls suchen musste. So waren die vermeintlich einfachen Posten mit kurzen Abständen versaut. Und überhaupt hatte ich das Gefühl, das Gelände an diesem Tag irgendwie nicht lesen zu können. Interessanterweise gelangen mir bei den folgenden Posten mit grossen Distanzen wieder gute Routenwahlen ohne Fehler. Aber am Ende war es ein enttäuschender 49. Rang mit einer Laufzeit von 50 Minuten, und dies bei kürzerer Distanz als am Vortag. Wenigstens schaffte ich auf den letzten Posten wieder eine Abschnittsbestzeit. Auf den Sieger verlor ich satte 30 Minuten. Unglaublich.

4. Wettkampftag Arena Backsjö, Glücksgefühle
Nach diesem enttäuschenden Tag, an dem ich den Bettel am Liebsten hingeschmissen hätte, bekam ich an Tag 4 eine neue Chance. Bereits auf dem Weg zum Start, der einem kleinen Berglauf glich, fühlte ich mich gut, und ich freute mich auf den Lauf, weil andere Teilnehmer davon schwärmten, wie schön das Gelände da oben sei. Und ich muss sagen, meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Der Wald und das Gelände waren wunderschön. Allerdings ein Blick auf die Karte liess mich wieder mal leer schlucken. Bei den ersten 4 Posten gab es kaum Möglichkeiten sich aufzufangen, wenn man die Posten nicht schön anlaufen sollte. Aber ich lief konzentriert und noch konsequenter nach dem Kompass als sonst. So verlor ich nur bei Posten 2 und 4 insgesamt ca. 5 Minuten mit Suchaktionen im Postenbereich. Ansonsten gelang mir ein passabler Lauf und ich hatte auch wieder Energie und Lust für einen Zielsprint. Der Lauf war sehr anspruchsvoll. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Posten richtiggehend im Gelände versteckt werden. Und wenn ich dann den Postenbeschrieb zur Hilfe nehme, ist er mir nicht immer eine Hilfe, weil ich gar nicht immer weiss, was die Symbole bedeuten. Ich verstehe auch heute noch nicht, warum eine Mulde im Gelände als ein Hügel auf der Karte dargestellt wird. Kein Wunder hatte ich bei Posten 6 nur die Hügel angeschaut, dabei hätte ich nur auf den Boden schauen müssen. Zum Glück können meine Mitkonkurrenten nicht in meine Gedanken hineinschauen. Sonst hätten sie mich wohl ausgelacht. Aber letztlich hatte ich sie alle. Und mit einer Zeit knapp unter 45 Minuten resultierte wieder ein 26. Rang. Ganz beachtlich für einen Rookie.

5. Wettkampftag Arena Skyttis, erfolgreicher Abschluss
Die fünfte und letzte Etappe sollte nun einen erfolgreichen Abschluss meines O-Ringen Abenteuers darstellen. Mein Ziel war, mal nicht wieder einen Floptag einzuziehen, sondern mich auf dem Niveau des Vortages zu bewegen, und falls möglich einmal ohne Fehler durchzukommen. An diesem heissen Sommertag entschied ich mich, mit Livia zum Start zu gehen, und eher früh zu starten. Die fünfte Etappe mit einem attraktiven Zielgelände und imposantem Zieleinlauf war wieder an einem neuen Ort mit anderem Gelände. Das Gelände insgesamt flacher, der Boden schlechter belaufbar, mit teilweise vielen Wegen. Das Rennen im Wald war anstrengend, weil man die Füsse mehr heben musste, um nicht zu stolpern. Die Veranstalter hatten sich an diesem Tag entschieden, mir möglichst viele Mulden in den Parcours einzubauen, damit ich das auch noch begreifen würde. Es gelang mir auch an diesem Tag einen soliden Lauf hinzulegen, wobei ich den Posten 4 unnötigerweise 5 Minuten lang suchen musste. Wieder mal eine Fehlinterpretation auf der Karte. Aber letztlich genoss ich den Zieleinlauf in die Arena und wurde mit einer Zeit von 45 Minuten im 24. Rang klassiert. Wow. Ich bin Finisher des O-Ringen 2018 Höga Kusten, der sogar alle Posten gefunden hat. Wer hätte das gedacht.

Was bleibt?
Nun ist der ganze Zauber vorbei. Aber was bleibt? Ich weiss, dass ich auch auf schwierigen Routen bestehen kann. Ich weiss, dass ich wie die meisten anderen Läufer wohl niemals den optimalen Lauf hinkriegen werde, ich kann mitreden, wenn es wieder mal „int Schnitz gloffa“, „uffanga chöna“ oder „übrloffa“ heisst, und ich bin um einige Erlebnisse reicher geworden. Glücksgefühle und Enttäuschungen liegen beim OL sehr nahe beieinander, teilweise nur einen Posten weit. Vielleicht ist es tatsächlich die Suche nach dem optimalen Lauf, welcher bei den meisten OL-Läufern ein Suchtpotenzial nach diesem Sport weckt. Für mich gilt wohl, dass ich auch weiterhin kein sehr angefressener OL-Läufer sein werde, der schon gar nicht spezifische Trainings absolviert. Aber ich schliesse nicht aus, mir das eine oder andere Juwel, was das Gelände betrifft, auszusuchen und mal wieder irgendwo an einem Lauf mitzumachen. Immer auf der Suche nach dem optimalen Lauf…

Das Erlebnis Höga Kusten 2018 liegt hinter mir, und ich bin tatsächlich stolz darauf, auch ohne Mitgliedschaft Teil der OLG Chur Equipe gewesen zu sein, mit denen ich wunderbare Tage im heissen Norden erleben durfte. Und hiermit beantrage ich nun meine Mitgliedschaft bei der OLG Chur.

(von Roland Auer)

 

Ein heisser Lauf von A (Anfänger) bis Z (Zitterpartie)!

von Stuga 27 (Thomas Hochuli und Hansjürg Bollhalder)

Als bekennender Nicht OL-Läufer habe ich als Ersatzmann für die („in guter Erwartung“) verhinderte Claudia Stirnimann teilgenommen. Nach einem kurzen, aber intensiven Training mit Thomas und Benno im Wald von Gullvik habe ich in der Kategorie „lätt 2.5“ den ersten Lauf gemacht. Obwohl ich für das Finden des Postens 4 sage und schreibe mehr als eine Stunde brauchte, habe ich mich durchgebissen und wurde auch noch platziert. Dieses Erfolgserlebnis hat mich motiviert, auch die weiteren Etappen zu laufen. Zu meiner Freude konnte ich mich zeitlich (aber kaum rangmässig) steigern, so dass ich die 5. Etappe in 50:26 Minuten absolvierte und als 85. von 132 platziert wurde. Da ich mich nur pro Etappe eingeschrieben habe, werde ich in der offiziellen Gesamtwertung aber nicht aufgeführt. Gemäss meinen Berechnungen bin ich 44. und damit Letzter derjenigen geworden, welche alle 5 Etappen bestritten haben. Andererseits gehöre ich zu denen OLG-Mitgliedern, welche alle 5 Etappen gelaufen sind und immer platziert wurden, so dass ich persönlich der Meinung bin, dass ich für die erfolgsverwöhnte OLG-Delegation auch ein bisschen Ehre gebracht habe. Mein Fazit: Als ich endlich gecheckt habe, dass die Posten absichtlich versteckt werden, konnte ich mich deutlich steigern.

Bei der Vorbereitung der einzelnen Etappen konnte ich stark von der Unterstützung durch meinen Hüttenkollegen Thomas profitieren, so dass ich immer alles Wichtige dabei hatte und rechtzeitig parat war. Bei der Vorbereitung waren mir auch Claudio Wettstein und Annetta eine grosse Unterstützung. Bei den verschiedenen Transporten waren Giezendanners, Ruppentahls, Kappenbergers und vor allem Gianni eine grosse Hilfe für mich, denn allein hätte ich weder den Weg nach Ö-vick und zurück nach Zürich noch zu den einzelnen Etappen-Orten gefunden.

Leider konnte ich Thomas (und auch alle anderen OLG-Läufer!) aber bei den OL-technischen Problemstellungen nicht unterstützen, weil diese für mich viel zu anspruchsvoll waren. Ich habe aber bei allen erfahrenen OL-Läufern bemerkt, dass diese zwar die gleichen Probleme, aber auf einem natürlich viel höheren Niveau wie ich hatten, doch dass die Cracks viel besser erklären konnten, was ihr Problem oder sogar ihr Fehler war!

Aber wirklich heiss wurde es, als ich mir nach der ersten und erfolgreichen Etappe einen Belohnungs-Kaffee machen wollte. Nachdem ich das Wasser aufgesetzt hatte, wurde ich von Thomas so wirkungsvoll beansprucht, dass …! Erst als Thomas nach dem Nachtessen in unserer Stuga einen „waldbrand-ähnlichen“ Geruch feststellte, wurde mir das Projekt „Kaffeetrinken“ wieder bewusst. Ausser dass Thomas mir für einige Zeit die Kochherd-Berechtigung entzog, ist glücklicherweise nichts passiert. Ich hatte wirklich mehr Glück als Verstand; so wie häufig auch bei den OL-Etappen! Trotz diesem Malheur konnte ich auf dem malträtierten Kochherd später dann problemlos drei Mal Penne all’arrabbiata mit Thon bzw. gebratenem Lachs kochen. Als zusätzliche Strafe musste ich aber immer das Geschirr machen und den Küchenbereich sauber halten.

 

Auch die Heimreise war ein heisser Lauf, denn unser Flug am Sonntag, 29. Juli ist um 20.50 gestartet, was bei einer Flugzeit von 2 Stunden 5 Minuten eine Ankunftszeit in Kloten von 22:55 ergab. So dass wir kurz vor der Schliessung des Flughafens eingetroffen sind. Dass ich keinen Zug mehr nach Chur hatte, war kein Problem, weil ich bei der Tochter in Kloten übernachten konnte. Wie ich erfahren habe, hatte mein Hüttenkollege Thomas (Sein Koffer ist nach mehr als einer Woche immer noch verschollen!) wie andere OLG-er auch auf der Heimreise nicht so viel Glück wie Gianni und ich.

(von Hansjürg Bollhalder)

 

Fotos